Ortung mit Peilern


Unter dem Begriff der Funkortung versteht man im allgemeinen eine Positionsbestimmung mithilfe funktechnischer Mittel. Im folgenden werden die funktechnischer Mittel auf den Einsatz von Funkpeilern reduziert.

Bei der Ortung mit Peilern wird zwischen:

unterschieden.


Prinzip: Winkelmessung mit Funkpeilern

Funkpeiler messen den Winkel unter dem eine, von einem Sender ausgestrahlte, elektromagnetische Welle im Bezug auf eine Referenzrichtung einfällt. Alle Punkte die zu einer Bezugsrichtung einen konstanten Drehwinkel (Azimut und Elevation) aufweisen liegen auf einer Gerade die in Richtung der einfallenden Welle verläuft. Diese Gerade ist die Standlinie der Peilung auf der sich die Quelle der elektromagnetischen Welle befindet muss.

Prinzip der Winkelmessung (Peilung).
Prinzip der Winkelmessung (Peilung). Der Sender liegt auf der Standlinie S (grün) die durch den Bezugspunkt (B) verläuft. Wird nur der Azimutwinkel gemessen, es liegt keine Höheninformation vor, befindet sich der Sender auf der Standfläche (blau) die sich mit der als eben angenommenen Erdoberfläche in der Linie S´schneidet (rot).

Ortung mit Funkpeilern

Die durch einen Peiler gewonnene Richtungsinformation ist nicht ausreichend für eine eindeutige Ortung, da nur eine Richtungsinformation aber keine Information über den Abstand der Quelle der elektromagnetischen Welle und dem Bezugspunkt vorliegt. Die Methoden der Ortung durch Funkpeiler können wie folgt unterschieden werden:

Eine mögliche Klassifizierung von Ortungsmethoden mit Funkpeilern.
Eine mögliche Klassifizierung von Ortungsmethoden mit Funkpeilern.

Nähere Informationen zu den genannten Methoden können den folgenden Verweisen entnommen werden:


Prinzip: Ortung mit Funkpeilern

Die Ortung der Quelle einer Aussendung ist in der Praxis als mehrstufiger Prozess darstellbar. Bei hoheitlichen Überwachungsaufgaben (Störersuche, Überwachung der Frequenzbänder) erfolgt eine Grobortung durch ein stationäres, landesweites Netzwerk, von Peilstationen die eine große Aufklärungsreichweite und Abdeckung erzielen. Das Ortungsergebnis der Grobortung erlaubt die räumliche Eingrenzung der Sendequelle auf den Kilometer oder hunderte von Metern genau (je nach Szenario stark schwankend).

Prinzip der Grobortung durch stationäre Peilstellen.
Prinzip der Grobortung durch stationäre Peilstellen per Kreuzpeilung (das Dreieck das durch die Standlininen aufgespannt wird ist das durch die Grobortung eingegrenzte Gebiet) [Quelle: BayernAtlas].

Eine genaue Lokalisierung der Sendequelle wird durch die Feinortung ermöglicht. Hierzu werden mobile Funkmessstellen (Fahrzeuge oder Personen) durch die Grobortung eingewiesen d.h. in das eingegrenzte Gebiet entsandt. Durch die Durchführung der Feinortung vor Ort kann die Sendequelle auf den Meter genau bestimmt werden.

Prinzip der Grobortung per Kreuzpeilung.
Prinzip der Feinortung per Kreuzpeilung durch mobile Peilstationen [Quelle: BayernAtlas].

In städtischen Gebieten ist oftmals eine der Feinortung nachgelagerte manuelle Ortung  erforderlich, wenn sich der gesuchte Sender z.B. in einem Hochhaus befindet. Diese manuelle Ortung wird mit tragbaren Peilern von Fachpersonal ausgeführt.

Messwagen der Bundesnetzagentur zur Peilung von Sendern im V/UHF-Bereich.
Messwagen der Bundesnetzagentur zur Peilung von Sendern im V/UHF-Bereich als Teil eines mobilen Ortungssystems.

Regional begrenzte Ortungssysteme (z.B. an Flughäfen) verfügen aufgrund der geringeren Aufklärungsreichweite und Abdeckung über ein einstufiges Ortungssystem das nur die Feinortung durchführt. Die Ortungsergebnisse dienen der Einweisung von Polizei oder Sicherheitsfirmen zur Ausschaltung der Störung.

Bei den militärischen EloKa (elektronische Kampfführung) Truppen unterscheidet sich die Methodik der Ortung durch Auftragsschwerpunkt und Rahmenbedingung stark voneinander.

So erfolgt z.B. die Grenzüberwachung über stationäre oder semi-mobile Peilstationen deren Grobortungsergebnis für eine Erkennung von etwahigen Bedrohungen ausreichend ist. An der FLOM (Hauptkampflinie) werden mobile Funkmess-System (entsprechend ausgerüstete Panzer) zur Ortung und Störung eingesetzt die von einer zentrale koordiniert werden.


Parameter eines Ortungssystems

Wichtige Parameter für die Planung eines Ortungssystems sind:

    • die Aufklärungsreichweite,
    • die Abdeckung und
    • die Ortungsgenauigkeit (die zu erwartenden Peilfehler).

Unter der Aufklärungsreichweite versteht man den Abstand zwischen Ortungssystem und Sender bei dem ein bestimmter Peilfehler nicht überschritten wird. Durch optimale Anordnung des Ortungssystem und geeignete Standortwahl kann die Aufklärungsreichweite maximiert werden.

Die Abdeckung beschreibt die Fähigkeit eines Ortungssystems Aussendungen aus allen Richtungen gleichermaßen zu erfassen. Um eine optimale Abdeckung zu erreichen ist eine geeignete Anordnung der einzelnen Peilstationen nötig. In die Kategorie der Abdeckung zählen zudem richtungsabhängige Peilfehler die ebenfalls durch geschickte Anordnung der Peilstationen minimiert werden können.

Die Genauigkeit definiert die zu erwartenden Peilfehler eines Ortungsystems. Hierzu zählen sowohl richtungsabhängige als auch entfernungsabhängige Peilfehler.

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