Augustusplatz 9


sogenannter „Uniriese“, auch City-Hochhaus.

  • erbaut 1968-75 [*]
  • Sitz der EEX Strombörse

[*] Leipzig: Baumeister und Bauten, Von der Romanik bis zur Gegenwart – Leipzig, Berlin : Tourist-Verlag 1990

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One thought on “Augustusplatz 9

  1. Harald & Günter

    In der zitierten Literatur-Quelle Hocquél: Leipzig Baumeister und Bauten, wird die Grundidee der architektonischen Grundkonzeption dem DDR-Chefarchitekt Henselmann zugeschrieben. Die eigentliche Grundidee zur Gestaltung des Baukörpers hatte der Berliner Architekt Günter T., der als Mitarbeiter in der von Henselmann geleiteten Experimentalwerkstatt der Bauakademie arbeitete.
    „Die Grundidee zur Gestaltung des Baukörpers entsprang folgenden Überlegungen
    1. Der Baukörper muß leicht sein, um sich im Altstadtensemble zu integrieren, dabei kommt es darauf an, eine Form zu finden, welche in sich eine dynamische Spannung besitzt, kein kastenförmiges Gebilde, welches weil zu schwer plump wäre und welches noch weniger anpassungsfähig wäre.
    2. entsprechend der Funktion des Hörsaalbaus kam der Gedanke, daß der Trichter ein Synonym ist für die Beziehung Sprecher und Hörer, wobei der Sprecher das Element der Ausstrahlung der Rede in die auf ihn bezogene Zuhörerschaft darstellt.
    3. bot die technologische Absicht die Möglichkeit ein Bauwerk einer Plastik gleich, fensterlos bis auf die Treppenhäuser zu errichten. Henselmanns Absicht war eine metallische Außenhaut anzuhängen.
    Diese drei Gründe waren die Bausteine für den Entwurf des Hochhauses welches heute fälschlicherweise als eine formal semantische Lösung als „aufgeschlagenes Buch“ oder als „Fahne“ bezeichnet wird.
    Nachdem mir diese Konzeption gereift war formte ich ein Plastilina-Modell und stellte es in das Städtebaumodell, welches als Planungshilfe von der Stadt Leipzig geliefert war.
    Henselmann war sofort bereit diese Idee als Lösung aufzunehmen und wurde so zielgerichtet mit dem Kollektiv abgearbeitet.“
    Allen vielen Autoren zum Trotz: kein „aufgeschlagenes Buch“, sondern eine abstrakte Hörsaal-Silhouette und erklärende Anmerkung: Günter T. lebt im Alter von 94 Jahren in Berlin und war gern zu dieser Stellungnahme im Juni 2013 bereit.

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